Mittlerer Schwarzwald

Wo das Uhrmacherhandwerk zu Hause ist

Der Mittlere Schwarzwald erstreckt sich zwischen den Höhenrücken des Kniebis und Schliffkopf (im Norden) und den Flüssen Dreisam und Gutach (im Süden). Im Unterschied zum Nördlichen ist der Mittlere Schwarzwald niedriger und stärker landwirtschaftlich geprägt. Die großen Täler der Rench, Kinzig und Elz bilden eine abwechslungsreiche, bis in die kleinsten Seitentälchen besiedelte Kulturlandschaft. Wälder, Wiesen und die gewaltigen, typischen Bauernhöfe bestimmen das Landschaftsbild. Wohn- und Stallgebäude sind unter einem mächtigen, weit herabgezogenen Walmdach vereint. Die Familien auf solchen großen Hofgütern leben meist von Wald- und Viehwirtschaft, zum Hof gehören bis zu 200 ha Wald. Viele dieser Höfe bieten Ferien auf dem Bauernhof an oder betreiben eine Vesperstube, um die schwieriger werdende Einkommensbasis zu verbreitern.

Das Leben von Waldbauern, Glasbläsern, Bergleuten und Flößern hat der Pfarrer und freisinnige Landtagsabgeordnete Heinrich Hansjakob vor über 100 Jahren treffend beschrieben – er nannte die Schwarzwälder Originale „wilde Kirschen“, die mehr „Geist und Schärfe“ besäßen als ihre kultivierten Nachbarn. Die Erinnerung an den großen Heimatdichter wird heute noch gepflegt. Der Schwarzwaldverein hat ihm zwei abwechslungsreiche Wanderwege gewidmet. Und in seinem Waldkulturhaus in Bad Rippoldsau-Schapbach zeigt der Schwarzwaldverein Ausschnitte aus der Kulturgeschichte des Waldes.

Lohnende touristische Ziele sind der 400 Jahre alte Vogtsbauernhof (ein Freilichtmuseum) in Gutach. Zur alten evangelischen Kirchen-Tracht dieses Ortes gehört der mit roten Stoffkugeln besetzte Bollenhut für Frauen, der oft als Symbol für den ganzen Schwarzwald herhalten muss. Eine Reihe malerischer Städte, wie z. B. Wolfach mit seinem schönen Marktplatz, pflegen ihre Traditionen in Festen, Umzügen und den Bräuchen der alemannischen Fasnacht. Die geschnitzten hölzernen Masken („Schemmen“ und „Larven“) haben eine lange, gern vererbte Tradition. Die bedeutende feinmechanische Industrie der Region beruht auf dem einst weit verbreiteten Uhrmacherhandwerk, dessen Produkte vor allem im 19. Jahrhundert durch Schwarzwälder Uhrenträger weltweit gehandelt wurden. Die Kuckucksuhr erinnert an jene Zeit und ist auch heute noch ein beliebtes Souvenir. Zentren der frühen Uhrmacherei wie Furtwangen, Schiltach, Triberg und Schamberg sind heute bedeutende Industrieorte.

Weiteres:

Kulturveranstaltungen

Führung im Fürstenberger Hof

Der Fürstenberger Hof ist ein komplett eingerichteter Bauernhof wie vor 100 Jahren. Sonderführungen für Gruppen jederzeit buchbar.

05.08.2010, 18.30

Wanderungen

Barock und Natur

Vom Barockstädtchen in die Natur

01.08.2010

Reichstalpfad und Sieben-Täler-Weg

Das ehemalicge freie Reichstal

01.08.2010